Klein, braun und zäh:

Der Brotkäfer, auch bekannt als Stegobium paniceum, ist ein unscheinbarer, kleiner Schädling aus der Familie der Nagekäfer.
Trotz seiner bescheidenen Größe hat dieser braune Käfer eine bemerkenswerte Vorliebe für stärkehaltige Nahrung. 
Obwohl der Brotkäfer heutzutage oft in unseren Vorratsschränken anzutreffen ist, war er einst ein unerwünschter Gast in den Vorräten auf See. In diesem Artikel werden wir uns ausführlicher mit dem Brotkäfer beschäftigen, seine Herkunft erkunden, seine Vorlieben kennenlernen und wie man sich vor seinem unersättlichen Appetit schützen kann.

Woher kommt der Brotkäfer?

Der ursprünglich aus Afrika stammende Brotkäfer hat eine besondere Vorliebe für stärkehaltige Nahrung, was seine Verbreitung in verschiedenen Lebensmitteln erklärt.
Infolgedessen findet man ihn oft in Bäckereien, Gewürzlagern und Apotheken, weshalb er in den USA als "drugstore beetle - Apothekenkäfer" bezeichnet wird, aufgrund seiner historischen Schäden in Apotheken.
Doch der Brotkäfer ist nicht wählerisch und kann sogar in Vogelnestern überleben.

Mit rund 1.500 Arten von Nagekäfern weltweit, sind etwa 70 davon in Mitteleuropa anzutreffen. Der Brotkäfer hat die Fähigkeit zu fliegen, was es ihnen ermöglicht, durch offene Fenster oder mithilfe bereits befallener Lebensmittel in unsere Wohnungen einzudringen.

Diese Schädlinge legen ihre Eier in Lebensmitteln ab, um ihren Larven eine Nahrungsquelle zu bieten. Die Larven ernähren sich dann von diesen Lebensmitteln, ähnlich wie Maden in der Biotonne oder Fruchtfliegen. Nach ungefähr drei Monaten spinnen sie sich in einen Kokon ein, wobei die Entwicklungsdauer stark von Temperatur und Feuchtigkeit abhängt und zwischen 40 und 200 Tagen variiert.

Die ausgewachsenen Brotkäfer haben eine kurze Lebensdauer von nur etwa 2-3 Wochen, in der sie sich ausschließlich der Fortpflanzung und Eiablage widmen können. Erstaunlicherweise kann ein einziges Weibchen in dieser kurzen Zeitspanne bis zu 100 Eier legen.

Wie sieht der Brotkäfer aus?

Brotkäfer sind winzige Insekten, die schwer mit bloßem Auge zu erkennen sind. Der kleine und zähe Käfer, in seiner ausgewachsenen Form, misst nur etwa zwei bis drei Millimeter in der Länge. Sein Körper ist rotbraun und oval, mit behaarten Flügeln und einem Brustpanzer, der den Kopf wie eine Kapuze bedeckt.
Die auffällig verdickten letzten drei Glieder seiner Fühler machen es leicht, ihn von anderen Käferarten zu unterscheiden.

Die Larven des Brotkäfers sind fast doppelt so groß wie die ausgewachsenen Käfer. Sie haben einen weißen, stark behaarten Körper und einen braunen Kopf. Die Larven spinnen ovalförmige Kokons, die ebenfalls weiß sind.

Was zeichnet den Brotkäfer aus? 

...Sein grenzenloser Appetit.
Die Weibchen legen Eier in und auf Lebensmittel oder in umliegende Spalten ab.
Die Brotkäfer sind nicht wählerisch und fressen fast alles, angefangen bei Brot bis hin zu alten Lederbuchdeckeln, Trockensträußen und Salzteigfiguren.
Die nach einigen Wochen schlüpfenden Larven sind äußerst hungrig und fressen so gierig, dass sie sich bald unförmig vergrößern.
Die Larven, die über 3 Beinpaare verfügen, graben sich in ihr Futtersubstrat und spinnen eine Höhle, die sie mit ihrem Sekret auskleiden. Die gesamte Entwicklungszeit kann je nach den Umgebungsbedingungen zwischen einem Monat und bis zu 220 Tagen variieren.

Wie erkenne ich einen Brotkäferbefall?

Brotkäfer und ihre Larven mögen zwar keine Krankheiten übertragen, können jedoch zu einer lästigen Plage werden, wenn sie nicht bekämpft werden. Es ist ratsam, auf Anzeichen wie fliegende Käfer, tote Exemplare oder Schäden an Lebensmitteln zu achten. Obwohl Brotkäfer keine Nester bauen, können Sie in den betroffenen Lebensmitteln Verklebungen durch die Gespinstfäden der Larven sowie kleine Kotrückstände bemerken. Das Auftreten von winzigen, stecknadelgroßen Löchern in den Verpackungen und Fraßspuren der Maden auf Papier oder Karton sind ebenfalls typische Anzeichen für einen Brotkäferbefall.

Wie kann ich mich vor Brotkäfern schützen?

Um sich vor dem Brotkäfer zu schützen, ist es ratsam, alle Lebensmittelvorräte in luftdicht verschließbaren Behältern aufzubewahren. Lebensmittel, die bereits vom Brotkäfer befallen sind, sollten sicher entsorgt werden. Zudem ist es von großer Bedeutung, alle Vorratsschränke und Regale sorgfältig zu säubern, da sich die Brotkäfer und ihre Larven gerne in den Zwischenräumen und Spalten verbergen.

Wenn sich der Brotkäfer hartnäckig in Ihrem Zuhause ausbreitet, ist es möglicherweise sinnvoll, professionelle Schädlingsbekämpfer zu Rate zu ziehen. Diese Experten können auch feststellen, ob der Käfer auf einen größeren Schaden hinweist, beispielsweise einen Pilzbefall, der als Nahrungsquelle für den Brotkäfer dient. In solchen Fällen kann die Beseitigung der zugrunde liegenden Ursache durch Fachleute dazu beitragen, den Brotkäfer loszuwerden.

Mit ihrem grenzenlosen Appetit sind diese kleinen, braunen Käfer faszinierende, wenn auch unerwünschte Bewohner unserer Vorratsschränke