Mittwoch, 1. April 2026

Die Maulwurfsgrille

…und plötzlich welken Jungpflanzen oder frisch angelegte Beete sehen aus, als wären sie umgeackert worden. Die meisten vermuten dann direkt einen Maulwurf, wobei dahinter oft ein deutlich kleinerer, aber nicht weniger interessanter Bewohner steckt. Die Maulwurfsgrille.

Dieses Insekt lebt verborgen unter der Erde und wird deshalb oft erst bemerkt, wenn bereits Schäden entstanden sind. Dabei ist sie eigentlich ein spannender Teil unseres Ökosystems.

Was ist eigentlich eine Maulwurfsgrille?

Die Maulwurfsgrille gehört zur Familie der Heuschrecken und ist schon eine kleine Besonderheit. Ihr Körper erinnert stark an eine Grille, während die kräftigen Vorderbeine wie kleine Schaufeln aussehen und fast an einen Maulwurf erinnern.

Auch akustisch macht sie auf sich aufmerksam. Vor allem in warmen Nächten hört man ihr typisches Zirpen, das stark an das von Grillen erinnert.

Wie sieht die Maulwurfsgrille aus?

Mit einer Länge von bis zu fünf Zentimetern ist die Maulwurfsgrille ein echtes Schwergewicht in unseren Beeten. Ihr Körper wirkt extrem robust und ist am Kopf fein behaart, was ihr einen fast samtigen Look verleiht. Das stromlinienförmige Halsschild sieht aus wie ein kleiner Panzer, während die Fühler deutlich kürzer sind als bei ihren Verwandten.

Das absolute Markenzeichen sind jedoch die Vorderbeine. Denn das sind keine gewöhnlichen Insektenbeinchen, sondern wuchtige Grabschaufeln. Mit ihnen wühlt sie sich so kraftvoll durch das Erdreich, dass selbst fester Boden kein Hindernis für ihre Tunnelgänge ist.

KnollKammerjaeg/TdmMWGR1/fotosd von Getty Images
Lebensweise und Fortpflanzung

Die meiste Zeit verbringt die Maulwurfsgrille unter der Erde. Nur während der Paarungszeit zwischen Anfang Mai und Mitte Juni wird sie aktiver und verlässt ihre Gänge.

Nach der Paarung legt das Weibchen bis zu 300 Eier ab. Diese werden in eigens angelegten Höhlen (bis zu 25 cm tief) abgelegt und vom Weibchen bewacht. Besonders spannend ist, dass das Weibchen die Eier nicht nur bewacht, sondern sich auch um die frisch geschlüpften Larven kümmert.
Die Entwicklung dauert insgesamt etwa zwei Jahre. Die Jungtiere wachsen langsam heran, durchlaufen mehrere Häutungen und überwintern im Boden, bevor sie schließlich geschlechtsreif werden.

Schadbild von Maulwurfsgrillen

Wenn Maulwurfsgrillen aktiv sind, zeigt sich das oft recht deutlich. Jungpflanzen beginnen zu welken, obwohl sie ausreichend Wasser bekommen. Beete wirken unordentlich und aufgewühlt und unter der Oberfläche entstehen Hohlräume.
Auch kleine, runde Löcher im Boden können auf ihre Gänge hinweisen. Besonders betroffen sind frisch angelegte Gemüsebeete und empfindliche Pflanzen.

Was tun bei Maulwurfsgrillen?

Wenn sich die Tiere stark vermehren und zum Problem werden, ist eine biologische Bekämpfung die beste Wahl. Sehr effektiv sind sogenannte Nematoden. Dabei handelt es sich um winzige Fadenwürmer, die gezielt gegen Maulwurfsgrillen eingesetzt werden können.

Diese können bei unserem Partner Biohelp bestellt werden. 

Wichtig ist der richtige Zeitpunkt. Der Boden sollte mindestens zwölf Grad warm sein. Besonders gut eignet sich der Mai, grundsätzlich ist eine Anwendung aber von April bis September möglich.

KnollKammerjaeg/TdmMWGR2/CasarsaGuru von Getty Images Signature

Die Maulwurfsgrille ist ein faszinierendes Insekt, das lange unbemerkt im Boden lebt. In kleiner Zahl ist sie sogar nützlich für den Garten. Erst wenn sie sich stark vermehrt, kann sie Schäden verursachen.

Mit dem richtigen Wissen und biologischen Maßnahmen lässt sich das Problem jedoch gut in den Griff bekommen, ganz ohne Chemie.

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