Grasmilbe
Die Herbstmilbe (Neotrombicula autumnalis), auch Grasmilbe oder Erntemilbe genannt, gehört zu den Spinnentieren. Sie ist eine Milbenart und damit näher mit Zecken verwandt als mit Insekten.
Die Herbstmilbe (Neotrombicula autumnalis), auch Grasmilbe oder Erntemilbe genannt, gehört zu den Spinnentieren. Sie ist eine Milbenart und damit näher mit Zecken verwandt als mit Insekten.
Die erwachsene Grasmilbe ist mit rund 2 mm noch gerade so mit bloßem Auge erkennbar. Orangerot bis rot gefärbt, mit einer deutlichen Einschnürung hinter den Schultern und acht Beinen, wie es sich für ein Spinnentier gehört.
Die Larven messen gerade einmal 0,1 bis 0,3 mm, haben noch sechs Beine und sind blassgelb bis orangerot gefärbt.
Auf der Haut oder auf einem hellen Untergrund sehen sie aus wie winzige, kaum bewegliche Pünktchen, weshalb die meisten von uns sie schlicht nicht bemerken, bis es längst zu spät ist.
Grasmilben sind grundsätzlich nicht gefährlich für den Menschen. Gut zu wissen ist, dass die erwachsenen Grasmilben vollkommen harmlos sind. Sie leben im Boden und ernähren sich von kleinen Insekten. Kritisch wird es nur im ersten Entwicklungsstadium.
Die Larve der Grasmilbe überträgt keine Krankheiten, ihre Stiche sind aber sehr unangenehm und können tagelangen Juckreiz und Quaddeln auslösen.
Für ihre Entwicklung zur erwachsenen Milbe braucht die Larve eine einzige Mahlzeit, allerdings kein Blut. Ihr Speichel verdaut die Hautzellen rund um die Einstichstelle, den entstehenden Zellsaft saugt sie dann auf. Beim Menschen reichen ihre Mundwerkzeuge gar nicht bis an Blutgefäße.
Dafür klettert sie bis zu 30 cm hohe Grashalme hinauf, wartet geduldig auf Erschütterungen und lässt sich dann einfach auf den vorbeigehenden Wirt fallen.
Anschließend sucht sie sich eine geeignete Stelle wie Knöchel, Kniekehlen, die Taille oder die Stelle unterm Hosenbund und sticht zu.
Nach 4 bis 8 Stunden lässt sie sich wieder fallen und stellt danach keine Gefahr mehr dar. Den Juckreiz bemerkt man dabei meist erst Stunden später.
Die Stiche ähneln Mückenstichen, treten aber oft in deutlich größerer Zahl auf.
Der beste Schutz vor Grasmilbenstichen ist es, den Kontakt mit befallenen Flächen so gering wie möglich zu halten. Wiesen, Parks und Rasenflächen sollten an warmen Tagen wenn möglich nur in den kühleren Morgenstunden oder am Abend betreten werden.
Wer nicht darauf verzichten möchte, schützt sich am besten mit geschlossenen Schuhen, langen Hosen und guter Rasenpflege (zu Hause).
Nach jedem Aufenthalt im Gras hilft eine rasche Dusche und ein Kleidungswechsel, um Larven loszuwerden, bevor sie zustechen.
Für Hunde und Katzen gibt es ähnliche Schutzprodukte, wobei handelsübliche Mittel wie Autan für Tiere nicht geeignet sind. Mit einem einfachen Trick lässt sich übrigens testen, ob ein Garten befallen ist: Eine weiße Fliese oder ein Blatt Papier auf den Rasen legen und kurz warten. Sind Grasmilben vorhanden, sammeln sich die winzigen orangeroten Pünktchen gut sichtbar auf dem hellen Untergrund.
Wer Grasmilben im eigenen Garten eindämmen möchte, sollte vor allem den Rasen regelmäßig kurz halten. Je kürzer das Gras, desto weniger Möglichkeiten haben die Larven, auf einen Wirt zu warten. Den Rasenschnitt sollte man dabei entsorgen und nicht auf den Kompost geben. Da Nagetiere wie Mäuse die wichtigsten Wirte der Grasmilbe sind und ihre Verbreitung stark begünstigen, kann auch das Entfernen von Nestern und Verstecken im Garten helfen.
Der Einsatz von Spritzmitteln ist dagegen wenig sinnvoll. Er müsste großflächig erfolgen, schädigt viele nützliche Insekten und die Grasmilben wandern schlicht aus dem Nachbargarten nach. Eine wirklich effektive und gleichzeitig umweltverträgliche Methode gibt es bislang leider noch nicht.
Die Grasmilbe ist lästig, aber kein Grund zur Panik. Eine großflächige Behandlung mit Spritzmitteln ist teuer, schadet der Umwelt und bringt langfristig wenig, weil die Milben schlicht aus der Nachbarschaft nachkommen.
Unser Rat: Setzt auf Vorbeugung statt Bekämpfung. Lange Hosen, rasch duschen nach dem Gartenkontakt und den Rasen kurz halten.
Wirklich gefährlich ist sie nicht, denn Krankheiten überträgt sie keine.
Wer seinen Hund oder seine Katze regelmäßig auf kleine orangerote Pünktchen kontrolliert und bei starkem Befall den Tierarzt aufsucht, ist ebenfalls auf der sicheren Seite.
Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob euer Garten befallen ist, oder wenn ihr ein größeres Schädlingsproblem vermutet, stehen wir euch gerne beratend zur Seite.