Dienstag, 5. Mai 2026

Tapinoma Magnum

In letzter Zeit taucht in unseren Gärten immer häufiger eine Ameisenart auf, die Gartenbesitzer und Profis gleichermaßen vor Rätsel stellt: Die Große Drüsenameise (Tapinoma magnum).
Ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet, hat sie sich mittlerweile fest in der DACH-Region etabliert und sorgt für massiven Ärger auf Terrassen, in Gärten und sogar landwirtschaftlichen Flächen. 

Das Problem? Diese Ameise ist kein gewöhnlicher Gartenbewohner. Sie bilden sogenannte Superkolonien. 
Darunter versteht man eine riesige, unteriridsche Neststruktur mit Millionen von Arbeiterinnen und hunderten Königinnen, die sich über mehrere Hektar Land ausbreiten können. 

 

 

“Wirestock Creators”/ Shutterstock.com
“Wirestock Creators”/ Shutterstock.com
Woran erkennt man die Tapinoma Magnum?

Auf den ersten Blick sieht sie der gewöhnlichen schwarzen Wegameise ähnlich. Eine exakte Bestimmung ist oft nur mit Fachwissen und unter dem Mirkoskop möglich.
Aber es gibt deutliche Anzeichen: 

Das auffälligste Merkmal ist wohl das massenhafte Auftreten. Die Ameisenstrassen sind bei dieser Art extrem breit, oft mehrspurig und wirken auf den Menschen wie ein fließendes schwarzes Band. 
Typisch sind auch die Nestspuren. Wirklich überall aus Pflasterritzen und Fugen quellen feine Sand- oder Erdhäufchen hervor. 

Wer genauer hinschaut, bemerkt zudem deutliche Größenunterschiede innerhalb der Kolonie. 
Während bei heimischen Arten fast alle Arbeiterinnen exakt gleich groß wirken, findet man bei der Großen Drüsenameise ganz unterschiedliche Individuen. Auch der Körperbau unterscheidet sich. Sie besitzen beispielsweise keine deutlich sichtbaren "Höcker" zwischen Brust und Hinterleib. 

Ein letzter, fast eindeutiger Hinweis zeigt sich erst beim Blick in das Nest. Hier liegen nämlich die Puppen der Ameisen. Diese sind allerdings völlig nackt, glasig, weiß und frei im Nest.
Heimische Arten verpuppen sich dagegen fast immer in bräunliche Kokons. 

Aktiv, wenn andere Pause machen: Die Lebensweise 

Ein entscheidener Vorteil gegenüber unseren heimischen Arten ist, dass die Tapinoma Magnum keine Winterruhe hält. Während sich andere Ameisen im Herbst zurückziehen, bleibt die Große Drüsenameise oft bis in den Dezember aktiv. Dieser Zeitvorsprung sorgt dafür, dass sie sich extrem schnell ausbreiten und heimische Insekten sowie Marienkäferlarven gnadenlos verdrängen. 

Ist die Tapinoma Magnum gefährlich? 

Für uns Menschen ist die Ameise nicht gefährlich, da sie uns keine schmerzhaften Bisse zufügt. Der Schaden an der Infrastruktur kann jedoch enorm sein. Durch das massive Unterhöhlen sacken Wege oder Terrassenplatten ab und Ernten können ausfallen. 

Wie bekämpft man die Tapinoma Magnum?

Herkömmliche Hausmittel wie Zimt, Backpulver oder Essig stoßen bei Tapinoma magnum schnell an ihre Grenzen. Da die Kolonien so tief und weit verzweigt sind, braucht es gezielte Methoden

Biologisch: Die Heißwasser Behandlung ist eine hocheffektive und umweltfreundliche Lösung. Dabei wird heißes Wasser direkt in den Boden eingebracht, um die Nester in der Tiefe zu erreichen. Gerade bei großen Befallsflächen ist dies oft der einzige Weg, die Kolonie nachhaltig zu bekämpfen. Wir von Knoll arbeiten fast ausschließlich nur mit der Heißwassermethode. 

Chemisch: Ködergele können wirken, da sie von den Arbeiterinnen ins Nest getragen werden. Allerdings bekämpfen Kontaktgifte oder Sprays meist nur die Tiere an der Oberfläche, während die Königinnen in der Tiefe unbeschadet weiter produzieren. Ebenfalls muss erwähnt werden, dass seit 2025 chemische Produkte für den Privatanwender stark reglementiert wurden. 

Nützlinge: Eine weitere biologische Möglichkeit ist der Einsatz von Nematoden. Diese Nützlinge können helfen, den Besatz im Boden auf natürliche Weise zu behandeln und die Ausbreitung zu mindern. Wir von Knoll Kammerjäger haben damit allerdings noch keine Erfahrungen. 
Weitere Infos finden Sie aber bei unserem Partner: Biohelp

Stadt Zürich, Schädlingsprävention
Stadt Zürich, Schädlingsprävention
Foto: “Roberto Piras”/ Shutterstock.com
Foto: “Roberto Piras”/ Shutterstock.com

Tapinoma Magnum (Große Drüsenameise) ist hartnäckig und invasiv. Wer erste Anzeichen einer Superkolonie bemerkt, sollte nicht zu lange warten, da sich das Problem meist nur verschlimmert. Mit der richtigen Kombination und gezielten Maßnahmen lässt sich die Invasion jedoch stoppen.

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